Resolution 1 der außerordentlichen Landesdelegiertenversammlung der GEW in Braunschweig

Gesetzentwurf „Eigenverantwortliche Schule“

Am 16. Mai 2006, dem ersten Tag der Landtagssitzung, in der die Novelle des
Niedersächsischen Schulgesetzes in die Beratungen des Landtages eingebracht
wird, bekräftigt die GEW Niedersachsen ihre Ablehnung des Konzeptes der
„Eigenverantwortlichen Schule“. Dieses Gesetz ist Bestandteil der Politik der
niedersächsischen Landesregierung, das öffentliche Schulsystem unter dem
irreführenden Etikett „Eigenverantwortliche Schule“ im neoliberalen Sinn
umzubauen.
Dazu gehören folgende Elemente, die z.T. im Schulgesetz ausdrücklich verankert
sind oder aufgrund des Schulgesetzes in Verordnungen und Erlassen umgesetzt
werden sollen:
Absehbare Folgen sind:
Mit der „Eigenverantwortlichen“ Schule sollen Schulen angeblich mehr
pädagogische Freiheit erhalten.

Das ist ein Etikettenschwindel!

Die negativen Folgen und Wirkungen einer solchen neoliberalen Umgestaltung des
öffentlichen Bildungswesens sind in den angelsächsischen Ländern England,
Kanada, Australien und Neuseeland zu besichtigen. Die Bildungsgewerkschaften
dieser Länder fordern uns auf, wie sie gegen diese Entwicklung zu kämpfen.
Die GEW wird weiterhin aktiv sein, um zu verhindern, dass in Niedersachsen und
den anderen Bundesländern ein sozialstaatlich verfasstes öffentliches
Bildungswesen zerstört, der Weg zu einer demokratischen Schule verstellt wird.
Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit dürfen auch in den Schulen nicht
wirtschaftlichen Interessen geopfert werden.
Die GEW fordert die Entwicklung eines öffentlichen Schulsystems mit
demokratischen Schulen

Bildung darf keine Ware sein!
Die GEW fordert den niedersächsischen Landtag auf, den Schulgesetzentwurf der Landesregierung abzulehnen.

http://www.gew-nds.de/meldungen/a.o_ldk.php

http://gew-nds.de/Aktuell/archiv_mai_06/resolution1.pdf