Kurier am Sonntag 2.7.2006

Mehr Einfluss auf die Ausgaben
Schulen sollen mehr Eigenverantwortung bekommen / "Sportprofil stärken"

Von unserem Redakteur
Wigbert Gerling

BREMEN. Ein Begriff, zwei bildungspolitische Diskussionsstränge: Die Vokabel "Profilbildung" hat alle Aussicht, dass ihr Charakter als Hauptwort am Dienstag im Senatssaal richtig betont wird. Die Vokabel taucht auf, wenn es um den Schub für die schulische Selbstständigkeit mit mehr Befugnissen auch im Umgang mit Geld geht, aber auch in dem Konzept, das für neue Akzente im Sportunterricht sorgen soll.Pflichtbewusstsein unterstellt, kämpfen sich alle, die zur Regierungsrunde gehören, trotz des Sommerwetters an diesem Wochenende durch umfangreiche Papiere. Haarklein haben Fachleute des Bildungssenators darin die "Perspektiven für eine Weiterentwicklung der Eigenverantwortung an Schulen" aufgeschrieben. Bremen, so wird betont, habe die dazugehörigen Voraussetzungen geschaffen. "In konsequenter Weiterführung" gelte es nun, den Schulen "auch verstärkte Eigenverantwortung in den Aufgabenbereichen Personal- und Organisationsentwicklung sowie Finanzen einzuräumen". Dies solle zur "pädagogischen Profilbildung" und zur "Weiterentwicklung des professionellen Selbstverständnisses von Schulleitung und Lehrpersonen" beitragen. Zunächst stünden dabei berufliche Schulen und Zentren der Sekundarstufe II im Mittelpunkt. Im Kapitel mit der Kennung C.1.2. geht es beispielsweise um die "Stärkung der personellen Eigenverantwortung". So sollten "künftig bei eigenverantwortlichen stadtbremischen Schulen den Schulleitern und Schulleiterinnen teilweise die Befugnisse eines Dienstvorgesetzten übertragen werden". Konkret bedeute dies, das die Leitungen "in einem ersten Schritt" beispielsweise "dienstliche Beurteilungen vornehmen" könnten und auch für Genehmigungen von Nebentätigkeiten zuständig wären. Schulleiter und Schulleiterinnen könnten überdies "Mehrarbeit oder Überstunden im Rahmen der verfügbaren Mittel anordnen". Für berufliche Schulen und Zentren der Sekundarstufe II, so heißt es weiter, seien in der Stadtgemeinde für das Schuljahr 2006/07 "neue Verfahren zur wirtschaftlichen Eigenständigkeit im Probebetrieb" geplant. Sie bekommen demnach vom Bildungssenator ein "festgelegtes Budget zur eigenverantwortlichen, flexiblen Bewirtschaftung". Zusätzlich zu bisherigen Schulbudgets könne sich dies auf Energiekosten und auch auf Ausgaben für Hausmeister oder die Reinigung der Schule beziehen. "Das Sportprofil an Bremen Schulen stärken." So lautet die Überschrift zu der zweiten bildungspolitischen Kabinettsvorlage. Unter anderem heißt es, für die Förderung von Hochleistungssport gebe es den Standort Ronzelenstraße, für Fußball Obervieland. "Es wird angestrebt", so der Ausblick, "in jedem Bremer Stadtteil einen kooperativen Verbund zwischen Grundschule, weiterführender Schule, Sportvereinen und Fachverbänden zu etablieren, um den Sport als einen festen Bestandteil im Leben der einzelnen Schule wie in der regionalen ’Bildungslandschaft’ zu verankern." Für die Vereine könnten sich aus solchen Verbindungen "neue systematische Modelle" zur Talentsichtung und -förderung ergeben.

© Bremer Tageszeitungen AG



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